Objekt der Woche zum „Kauf-Nix-Tag“

von | Nov 30, 2020 | Blick ins Depot

Am 28.11.2020 ist Kauf-Nix-Tag. Es gilt, an diesem Tag Konsumverzicht zu üben. 

Lustig – am Freitag davor ist der sogenannte “Black Friday”, an dem das Geld für manch ein verlockendes Angebot doch schon ausgegeben worden sein kann. Ist die Lust, etwas zu kaufen am Tag zuvor befriedigt worden, dann fällt es mir leicht, Verzicht zu üben.  

Die Entscheidung, wofür Geld ausgegeben werden kann, liegt zum Glück bei jedem selbst. 

Ich gebe aber zu, mich regt so ein Aktionstag durchaus zum Nachdenken an!  

Kunst und Kultur sind Konsumgüter ganz besonderer Qualität, auf die ich nicht verzichten möchte! Leider wird uns in diesem Jahr wegen der Coronapandemie die Entscheidung an diesen Aktionstag abgenommen: 

Unsere Gäste stehen vor der verschlossenen Tür des Figurentheatermobils auf dem Petri-Kirchhof und können “nix” kaufen! 

Objekt der Woche kauf nix Tag

Dabei wären in normalen Zeiten Karten für eine Vorstellung des Figurentheaters, das während des Umbaus im Europäischen Hansemuseums gastiert, ein wunderbares Geschenk für Kinder, Partner*innen, die ganze Familie!  

Gemeinsam verbrachte Zeit im Theater ist eine lohnenswerte Investition! Sie bereichert ungemein, berührt das Herz und anders als angeschaffte Gegenstände, die irgendwann herumliegen, belastet sie nicht. 

Auch Eintrittskarten für Museen sind immer ihren Preis wert. In Museen kann man so unglaublich viel entdecken und kennenlernen. Man taucht ein in eine andere Welt!  

Bis das TheaterFigurenMuseum im Lübecker Kolk wieder seine Türen öffnen kann, braucht es noch ziemlich Geduld. Die Altstadthäuser werden sorgfältig saniert und umgebaut. Bis das Figurentheater wieder im Europäischen Hansemuseum Vorstellungen gibt, braucht es hoffentlich nur ein bißchen Geduld: im März starten wir einen neuen Spielzeitversuch. Dann heißt es wieder Scheinwerfer an! Das Hygienekonzept ist erarbeitet, die Stücke sind eingeprobt, Figuren und Figurenspieler sind bereit und eine wunderbare Premiere steht an! 

Wir freuen uns über jeden Gast, der sich entschließt, Eintrittskarten zu kaufen und damit einen Beitrag für das Überleben von Kunst und Kultur in Lübeck leistet. 

3 Kommentare

  1. Michael Brandt

    Ein toller Beitrag.
    Es ist so wahr das gemeinsame Zeit mit den Menschen, die man liebt, nicht belastet.
    Zudem ist für mich nicht nachzuvollziehen, warum die Menschen in die Kauf- und Warenhäuser dürfen (und am „Black-Friday“ noch mit extra Preisen gelockt werden), während Kunst und Kultur am Boden liegen, kleine Theater vor dem Aus stehen und Kleinkünstler ohne Einnahme dastehen.
    Ich habe am diesem Freitag tatsächlich die Menschen in einen Elektromarkt beobachtet – Dazu: Das was diese Märkte Hygienekonzept nennen ist ein Witz. Ein Anzahl der Kunden wurde am Eingang nicht erfaßt und der Kundenfluß in keiner Weise gesteuert. Ein Museum oder Theater kann all das sicher sicherstellen.
    Ich kann daher nur dazu auffordern die Kunst- und Kultureinrichtung zu unterstützen. Desweitern bitte ich alle auf diese Ungerechtigkeit, die von der Politik wissend in Kauf genommen wird, hinzuweisen und wenn es geht dagegen vorzugehen.

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    • Ulrike Sonnenberg

      Ja! Wir alle, die an Kunst und Kultur interessiert sind, können und sollten mithelfen, diese für die Institutionen, Theater und Museen so schwierigen Zeiten zu überstehen!

      Gleichzeitig: Vielen Dank für jede Art der Unterstützung!

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  2. Klaus-Dieter Brandt

    Ich kann der Aussage nur zustimmen und die Menschen auffordern, dem Black Friday und andere Angeboten dieser Art zur Zeit nicht nachzukommen.
    Es ist nicht zu verstehen, das zum Beispiel Baumärkte werder von diesen noch vom ersten Lock-Down betroffen sind. Es kann doch nicht sein, daß das Hygienekonzept eines Baumarktes sich auf ein paar Aufkleber und Plexisglasscheiben an der Kasse stütz, während hingegen Gaststätten und Theater, um die Gäste zu schützen, für viel Geld Umbauten durchgeführt haben und jetzt schon wieder auf Ihre Einnahmen vertzichten müssen. In einem Baumarkt aber jeder ungesteuert umher laufen kann. Dort laufen die Kunden kreuz und quer und sind nicht einmal gezwungen einem vorgeschrieben weg von Eingang bis Ausgang zu folgen. Ein Museum oder Theater kann der Fluß der Gäste anhand von vorgegebenen Wegen steuern und diesen Gäste druchfluß mit Hilfe seines Personal kontrollieren. In Baumärkten sollten zur Zeit nur Geschäftskunden einkaufen dürfen, aber keine Privatpersonen. Renovieren kann man auch nach Corona. Die Baumärkte werden es überleben, die Kleinkunst hingegen steht vor dem Untergang.
    Alle Leser sollten sich gegen die weitere Schließung von Kunst und Kultur wehren und jeden auf diese Ungerechtigkeit, die durch planlose Maßnahmen ohne jede Grundlage getroffen wurden hinweisen.
    Kunst und Kultur sind für eine Gesellschaft und deren Entwicklung lebenswichtig. Ein neues Waschbecken oder eine neue Wandfarbe hingegen sind ein Luxus, den man sich auch für ein paar Monate verkneifen kann.

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