Blick ins Depot

Wie uns ein Stethoskop bei der Museumsarbeit hilft

von | Jul 28, 2020 | Blick ins Depot | 0 Kommentare

Mit dem Stethoskop das Holz abhorchen… Klingt seltsam, haben wir jedoch gemacht.  

In unserer Sammlung befinden sich nicht nur Handpuppen, Marionetten und Schattenfiguren, sondern auch alles, was zum Figurentheater dazu gehört. So auch die unterschiedlichsten Bühnen.  

Von der kleinen, leichten Papiertheaterbühne über ein 8 kg schweres Theater, das ein Puppenspieler auf seinen Schultern trägt, bis hin zur Bühnenkonstruktion, auf der mehrere Marionettenspieler ihre Figuren animieren können, ist alles dabei.  

Die Maße der barocken Bühne der Familie Winter mit 2,45m Höhe, 4,8m Breite und 2,3m Tiefe, die sogar erweitert werden kann, sind schon beeindruckend. Sie werden aber von der großen Bühne der Familie Schichtl noch übertroffen. Die aufgebaute Bühne ist 3,44 m hoch und 4,65 m breit.  

Diese etwa 100 Jahre alten Bühnen bestehen aus Holz. Beim Aufbau waren wir uns unsicher, ob wir leise Geräusche aus den Holzleisten gehört hatten, nagte etwa ein Schädling im Inneren des Holzes? Mit einem Stethoskop haben wir das Holz abgehorcht und erhielten … keine Gewissheit!  

Giftfrei gegen Schädlinge 

Damit ein Holzwurm aber wirklich keine Chance hat, brachten wir die Bühnenteile in eine Thermolignum-Kammer. Hier wird das Holz mit einem Warmluftverfahren behandelt. Dieses Verfahren basiert auf einem einfachen biologischen Prinzip: Warme Luft dringt in jede Faser des Holzes ein und zerstört bei einer Temperatur von 55° C alle Eiweißmoleküle, d.h. Holzwürmer und andere Schädlinge, in allen Stadien ihrer Entwicklung. Das Warmluftverfahren ist eine giftfreie Alternative zur chemischen Schädlingsbekämpfung. 

So sind die alten und wertvollen Bühnen unserer Sammlung behandelt und bleiben uns erhalten. 

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