Vorhang auf!

3 Kunstgriffe, mit denen wir den Star unseres neuen Stücks veredelt haben

von | Jul 25, 2020 | Vorhang auf | 0 Kommentare

ELISABETH I. Die Hauptfigur unseres neuen Stückes ist Elisabeth I. von England und ihr historisches Original.

Von der Figurenbildnerin Mechthild Nienaber aus Stoff gestaltet, sitzt sie lebensgroß auf ihrem Thron. Zum Animieren wird sie an Stäben von hinten geführt. Es bewegt sich eindrucksvoll der Kopf, während der/die Puppenspieler*in hinter dem Thron versteckt ist . 

Wir haben die Figur von Gerhard Seiler/Figurentheater Seiler übernommen. Manchmal gibt ein Figurentheater eine ganze Inszenierung samt Figuren an eine Kolleg*innenbühne weiter (z.B. aus Altersgründen). Dabei verändert jedes Theater die Inszenierung natürlich. Gerhard Seiler war immer Solospieler; wir spielen z.B. zu zweit. So entsteht immer wieder etwas neues Einzigartiges … 

Bei uns laufen nun die kreativen Arbeiten an unserer Inszenierung auf Hochtouren. Ende November soll Premiere sein. Und dabei haben wir uns als erstes des „Stars“ des Stückes Cherrypicking Shakespeare – Perlen für die Königin angenommen. Unser Ziel war es, die Figur der Elisabeth gemeinsam mit unserer Kostümbildnerin Denise Sheila Puri noch näher an das historische Original zu rücken. 

1. Herausforderung Heiliger Kragen

Elisabeth I. wird auf Bildern oft mit einem ausladenden Kragen dargestellt. Oft reicht er bis über ihren Kopf hinaus und erinnert an den Heiligenschein einer Madonna. Diese Assoziation war von der “Virgin Queen“ wohl durchaus beabsichtigt.

Doch wie setzt man diese stilisierte Darstellung, die so sehr unser Bild von Elisabeth I. geprägt hat, in eine reale Figur um, ohne die Beweglichkeit des Kopfes einzuschränken? Wir haben uns dafür entschieden, den Kragen sozusagen auf dem Thron weiterzuführen. Dafür haben wir den Umhang mit einem Reif ab Stuhl montiert. So kommt „unsere“ Elisabeth ihrem Original näher, bleibt jedoch beweglich und spielbar. 

2. Rüschen Rüschen Rüschen

Das Kleid, das unsere lebensgroße Figur trägt, ist ein nach historischem Vorbild geschneidertes Kostüm. Doch bei genauerem Hinsehen erkennt man am Kragen und an den Ärmeln keine Rüschen.  

Die Figur hat kein für diese Zeit typisches Unterkleid an. Deshalb haben wir das Kleid mit 2 Meter zusätzlicher Plauener Spitze versehen. Die ist übrigens echt und fand sich in unserem Fundus, wo sie schon viele Jahre unbenutzt, aber immer stets sehr bewundert(!), lag. Jetzt kommt unsere Elisabeth dem historischen Original schon viel näher.  

3. Diamonds are a Queens best friends

Elisabeth I. wird ein besonderer Faible für Schmuck nachgesagt. Damit versorgte sie übrigens nicht zuletzt der königliche Freibeuter Sir Francis Drake. An Nachschub mangelte es der historischen Elisabeth mit großer Wahrscheinlichkeit nicht. Eher noch an verfügbarem Platz! Sie machte es zur Mode, Ringe an mehreren Gliedern ihrer Finger zu tragen. 

Wir konnten uns nicht nehmen lassen, unserer Elisabeth mit Ketten und Ringen reichlich royalen Glanz zu verpassen. Bei jeder Bewegung soll es blitzen und blinken. Sicherlich kann man sie nun auch feiner mit Spots beleuchten, die diese Bewegungen hervorheben können. 

Mehr zur Entstehung des Stücks erfahrt ihr im Beitrag Shakespeare Retter in Corona Zeiten von Silke Technau. 

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